Work Life Balance mal anders: Unser Kollege Jens als digitaler Nomade

 

Bei QS solutions leben wir den Gedanken von Modern Work. Wir sind überzeugt, dass gute Arbeit nicht vom Standort abhängt. Flexibilität und Vertrauen sind für uns zentrale Werte und unser Kollege Jens Attenberger zeigt, wie das in der Praxis aussieht. Als IT Security Consultant arbeitet er nicht im klassischen Büro, sondern unterwegs mit eigenem Truck, Laptop und jeder Menge Cyber Security Know how.

 

Jens’ Weg in die IT Security

Jens ist heute ein erfahrener IT Security Consultant, doch sein Weg begann ganz anders:

„Ich habe eigentlich Fotomedienfachmann gelernt, wollte aber reisen und remote arbeiten können. Deshalb habe ich eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration gemacht“, erzählt er.

Während dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für Cyber Security:

„Ich war im SecOps Team und die Komplexität sowie die Herausforderung im Security Bereich haben mich fasziniert und nicht mehr losgelassen. Azure DevOps, Container, Kubernetes, Pipelines, damals AzSK (heute AzTS) und 21Vianet. Der SecOps Bereich macht mir bis heute am meisten Spaß.“

Zu Beginn seiner Ausbildung war Jens viel in der Forschung & Entwicklung unterwegs und hat das Programmieren in C++, C#, Typescript (Angular) und PowerShell gelernt.

„Abends habe ich sehr viel auf Tryhackme.com gemacht und Dart bzw. Flutter gelernt und eine eigene App geschrieben. Das war noch vor KI und ich habe viele, viele Fragen auf Stack Overflow stellen müssen“, erzählt er aus seiner Anfangszeit.

Heute bringt Jens umfassende Expertise und Zertifizierungen mit: Von Microsoft Zertifizierungen wie MS 500, SC 300 und AZ 500 über CompTIA Security+ und Pentest+ bis hin zum IHK Cybersecurity Advisor. Zusätzlich hat er zwei Jahre A+, Linux+, Network+, Security+ und Pentest+ unterrichtet und den IHK Cybersecurity Advisor unterrichtet und auch im Auftrag der IHK mündlich geprüft. Um sich auf quantifizierte Risikoanalyse zu spezialisieren, macht Jens gerade die Zertifizierung für Ferma rimap.

Zertifizierungen stehen für Jens aber nicht im Hauptfokus, sein Credo lautet:
„Ich würde sagen das Wichtigste ist die praktische Erfahrung, die man über die Jahre in den verschiedensten Bereichen gesammelt hat. Zertifizierungen sind sinnvoll, um den ersten Job zu landen oder ein gewisses Grundverständnis nachzuweisen.

Einige der besten Techniker, die ich kenne, haben jedoch gar keine Zertifizierungen. Irgendwann ist man nur noch mit renewals beschäftigt und kommt nicht mehr zum Arbeiten.“

 

Entwicklung bei der QS solutions

Jens startete im Juli 2021, direkt nach seiner Ausbildung, bei QS solutions als Junior Cyber Security Consultant. Besonders spannend fand er die Projekte rund um unser Cyber Security Assessment Tool CSAT:

„Man sieht jedes Mal neue Infrastrukturen und lernt sehr viel von den Kunden darüber, was oft falsch läuft, aber auch wie man es richtig machen kann.“

Ein Highlight: Jens entwickelte einen ISO-Fragebogen für CSAT, um Organisationen eine praxisnahe Gap Analyse zu ermöglichen und den Zertifizierungsprozess zu vereinfachen.

Hierzu sagt er:

„Ich habe bei der Bewertung von Organisationen, die nach ISO 27001 zertifiziert sind, wiederholt festgestellt, dass der tatsächliche Zustand der IT-Sicherheitsmaßnahmen oft nicht zu den Anforderungen und zum Reifegrad passt, den man von einer Zertifizierung erwarten würde. In vielen Fällen bleibt die Umsetzung auf einer sehr oberflächlichen, vorwiegend organisatorischen Ebene, da die ISO 27001 relativ formal und mit begrenzter technischer Tiefe umgesetzt werden kann.“

Für Ihn reicht aber eine Erstellung von Richtlinien und das Dokumentieren von Architekturen allein nicht aus. Er sieht oft einen Mangel an wirksamer Qualitätssicherung in der Praxis, ob die definierten Maßnahmen tatsächlich angemessen umgesetzt werden oder ob diese auch funktionieren.

„Salopp gesagt: Papier ist geduldig und viele Prozesse sehen in der Realität anders aus als in der Dokumentation. Der Fragebogen ist so aufgebaut, dass er sowohl für Einsteiger geeignet ist, die noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen, als auch für bereits zertifizierte Organisationen, die eine strukturierte Gap Analyse oder Wirksamkeitsprüfung ihres bestehenden ISMS durchführen möchten.“

 

Warum Jens den Schritt zum digitalen Nomaden wagte

„Das Leben ist zu kurz, um es immer nur an einem Ort zu verbringen. Die Welt ist groß und es gibt viele schöne Orte zu entdecken und interessante Menschen zu treffen.“, sagt Jens. Nach einem Jahr Work and Travel in Tokio war klar: Er wollte die Welt entdecken! Seit Juli 2022 ist er größtenteils unterwegs, hat sich aber mittlerweile auch eine Basis in Riga geschaffen. So kann er an einem Ort ankommen, wenn das Herumreisen zu stressig wird. Aktuell verbringt er den Winter jedoch in Valencia.

 

Arbeiten unterwegs, wie funktioniert das?

Sein Truck ist ein mobiles Büro:

Internet: Teltonika RUTX50 5G Router mit Dual SIM-Failover und ein weiteres Failover auf Starlink

Energie: 400Ah LiFePo4 Batterie und 360WP Solar

Hardware: Aktuell ein Windows Laptop mit AMD AI 9 HX370 (aus effizienzgründen), dazu ein zweiter mobiler Bildschirm

„Man muss kreativ sein, manchmal muss der Smartphone Hotspot einspringen, wenn Provider den Router blockieren. Leider gibt es immer mehr Mobilfunkanbieter die die IMEI vom Teltonika Router nicht ins Netzwerk lassen“

Ein Arbeitstag sieht für ihn aber ähnlich wie jeder gewöhnliche Arbeitstag im Office aus. Der größte Unterschied ist Einrichtung des Arbeitsplatzes im Camper

 

Highlights und Herausforderungen

„Mein schönster Arbeitsort? Definitiv die Berge in Norwegen“, erzählt Jens.

Gab es daneben auch besondere Herausforderungen?

„Die gehören dazu! Unter anderem hat sich die Halterung des Routers verabschiedet und der Crimp des Starlink Kabels hatte einen Wackelkontakt.“

Das führt dann auch mal zu einem spontanen Reparatureinsatz auf dem Dach des Trucks, um die Technik wieder in Stand zu setzen.

Durch das viele Reisen fällt es oft auch schwer richtige Freundschaften zu entwickeln und macht daher eher Bekanntschaften als Freunde. Auch feste Beziehungen sind daher eher kompliziert.

„Wenn man im Camper lebt, ist man schon sehr gut beschäftigt mit dem Haushalt, Kochen, Wasser holen etc. Es braucht eben alles mehr Zeit und wenn man dann auch im Job viel zu tun hat, wird es schnell überwältigend.“

Durch das viele Reisen wechselt man auch häufiger den Standort über Ländergrenzen hinaus. Dadurch kommt das Thema Compliance für den Arbeitgeber ins Spiel. Hierzu hat er folgenden Tipp:

„Du möchtest etwas von deinem Arbeitgeber, also musst du dich auch mit der Compliance beschäftigen und potenzielle Probleme aus dem Weg räumen. Ich finde es schade, dass viele Arbeitgeber das Arbeiten aus anderen Ländern pauschal verbieten, um auf Nummer sicher zu gehen und das dann oftmals mit Sicherheitsrisiken begründen.

Beschäftige dich also mit GDPR/Angemessenheitsbeschlüssen, internationales Steuerrecht und Betriebsstätten Risiko.

Pauschal kann man sagen, dass ein Aufenthalt von maximal 3 Monaten je Land in der Regel problemlos ist.“

 

Ausblick

Beruflich ist Jens angekommen:

„Beruflich bin ich absolut dort angekommen, wo ich sein wollte. Eventuell mache ich noch irgendwann den CISSP von ISC2.

Privat habe ich bereits Riga für den Sommer für mich entdeckt und aktuell bin ich in Valencia in Spanien und lerne die Stadt im Winter kennen. Das ständige Reisen wird irgendwann zu viel und da ist es sehr angenehm in eine gewohnte Umgebung zurückzukehren. Ich bin mittlerweile komplett ausgewandert und selbstständig und kann mir nicht vorstellen, nach Deutschland zurückzukehren.“

Wir bei QS solutions sind überzeugt: Flexibilität ist ein Schlüssel zu zufriedenen und leistungsfähigen Teams. Jens ist ein super Beispiel dafür, wie sich Expertise und Freiheit verbinden lassen. Für uns zählt nicht der Standort, sondern die Qualität der Arbeit und die Zufriedenheit unserer Kunden und Partner. So leben wir das entsprechend auch im Office und bieten so maximale Flexibilität.

Vielen Dank an dieser Stelle an Jens für die tollen und ausführlichen Eindrücke in seinen Alltag. Wir wünschen Jens eine schöne Zeit in Valencia und sind auf seine weiteren Reiseziele gespannt. Und wenn es die Route mal erlaubt, freuen wir uns jederzeit über einen Besuch im Office in Königsdorf!